newsletter verkehrspsychologie - Aus dem Netz 01-2007

Home ] Nach oben ] Feedback ] Inhalt ] Suchen ]

 

Zugriffszähler

 

Aus dem Netz gefischt 01-2007

aus der nlvp 1/2007 von Dipl.-Psych. Jörg-Michael Sohn, Hamburg, www.nlvp.de

In dieser Rubrik werden Informationen und Personen vorgestellt, die mir bei Rundgängen durch das Netz aufgefallen sind und die aus meiner Sicht eine größere Bekanntheit verdienen.

Eine fast überbordende Fülle von Informationen finden sich auf der Website www.blutalkohol-homepage.de . Im bunten Gewande gibt es sehr detaillierte Informationen speziell unter naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten vom ehemaligen Gerichtsgutachter Dr. rer. nat. Günter Schmidt. Auch wenn die Informationen sehr medizinisch geprägt sind, lohnt sich die Auseinandersetzung. Die Detailgenauigkeit, manchmal fast Detailversessenheit ist beeindruckend – oder wussten Sie über Äthanol folgende Fakten:

„Summenformel: C2H6O MG 46.07 g/Mol CH3-CH2-OH

Smp. -117 °C  Sdp. 78.32 °C  Flp. 13 °C  Zündtemp. 425 °C

spez. Dichte (20 °C): 0.790 g/cm3  Dampfdruck (20 °C): 59 mbar

Explosionsgrenzen: 3,5 - 15 Vol%

Löslichkeit (20 °C): löslich  Sättigungskonz. (20 °C): 105 g/m3

Dielektrizitätskonstante (25 oC) 2,43

MAK-Werte: 1000 ml/m3; 1900 mg/m3

DL50 (Ratte) 7060 mg/kg“

Oder folgende Fakten über den Abbau:

„Der Abbaumechanismus ist hauptsächlich die Oxidation zum Acetaldehyd am Leberenzym ADH. Daneben existieren noch andere Abbaumechanismen, wie das MEOS und das Katalase-System.

Als untere Grenze wird in der Praxis von einem (linearen) Abbau von 0,1 ‰ pro Stunde ausgegangen. Daneben gibt es eher theoretische Rechenmodelle, die eine linear-exponentielle Abbaukinetik (Michaelis-Menten-Kinetik) zugrunde legen. Der Abbauwert von 0,1 ‰/h gilt vor Gericht als Rückrechnungswert zur Ermittlung der rechtsrelevanten Tatzeit-BAK aus der festgestellten BAK.

Die Eliminationskinetik von Methanol und den höheren Alkoholen ist im Rahmen der forensischen Begleitstoffanalyse von Bedeutung und Gegenstand jüngster Forschung, um aus den Trinkangaben eine Aussage über die dann zu erwartenden Konzentrationen treffen zu können. Während für 1-Propanol und Isobutanol mathematisch beschreibbare Kinetiken existieren (konzentrationsabhängige Kinetik 1. Ordnung), lässt sich für Methanol keine Kinetik angeben, da der Abbau in Gegenwart von Alkohol (Ethanol) von mehr als 0,3 ‰ blockiert ist. Die Kinetik der Methylbutanole ist bislang nur empirisch beschreibbar.“

Es lohnt sich hier, zu stöbern, zumal die Informationen auch in Englisch und Franzözisch vorhanden sind, so dass es leicht ist, für fremdsprachige Klienten Sachinformationen zusammenzustellen, bzw. sie darauf hinzuweisen. Dies gilt auch für das Drogenlexikon, das nach dem gleichen, in der Bedienung nicht immer ganz intuitiven Prinzipien aufgebaut ist. Über das Lexikon sind Informationen zu fast allen Bereichen zu finden, es fehlen aber zusammenfassende Überblicksartikel oder eine gute strukturierte Einführung zu den im Lexikon vorhandenen Daten.

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: redaktion@nlvp.de 
Copyright © 2009 newsletter verkehrspsychologie
Stand: 12. Mai 2009